Sonntag, Juli 29, 2007

Istanbul die Zweite


Die Strecke von Troja nach Istanbul, mit Fährfahrt und schönem Fischessen in Yalova, war die letzte Etappe unseres erfolgreichen Dreierteams: Eva ist vorgestern kurz nach Deutschland geflogen und wird sich gemeinsam mit Francis dann auf den Weg nach Uzbekistan machen, während ich erst segeln gehe und dann Richtung Balkan aufbrechen werde. Die Fahrt nach Istanbul war also ein Etappenende, und allesamt sassen wir etwas traurig im Auto, da die Reise zu dritt doch besonders schön war. Mit einer Träne im Knopfloch gab es dann ein grosses Abschiedsessen in Istanbul und den Abschied von Eva. Morgen steht der Abschied von Francis an. Schade, mit diesen beiden grossartigen Reisegefährten hätte es auch noch weitergehen können!

Stefan, Francis, Eva und Nikolas

Ansonsten ist auch Istanbul ein grosses Treffen von Bekannten und Freunden. Vorgestern ein Mittagessen mit Ralf von den Hoff, der auf dem Weg nach Aizanoi war, abends das Wiedersehen mit Felix Schäfer, der auf dem Weg nach Pergamon war, gestern ein Museumstag und Abendessen mit Freiburger Kommilitonen: Eva Kasubke, Nikolas Möller, Stefan Seiler, Barbara Sielhorst - ebenfalls auf dem Weg nach Aizanoi. Ganz unerwartet war die Nachricht, das Christoph Müller und Figen auch in Istanbul sind. Also vom Museum rasch in die Istiklal Caddesi und auch hier bei gutem Eiskaffee ein Wiedersehen mit alten Freunden. Schade, dass die beiden noch am Abend weitermussten Richtung Kappadokien. Wäre der Akku meines Handys nicht leer gewesen, hätte ich noch die Nachricht von Martin Beckmann erhalten, dass er unter der Galatabrücke sitzt und ein Bierchen trinkt.

Christoph und Figen

Zum Abschied von Eva gab es noch eine Bosporus-Rundfahrt
Troja

Zum Abschluß unserer langen Türkei-Rundreise noch ein langerwarteter Höhepunkt: Troja. Als Francis und ich nach unserem Abschied von Martin Beckmann nach einer unglaublich heissen Fahrt in Troja ankamen, war Eva schon da und hatte, da sie selbst viele Jahre in Troja gegraben hatte (und bei Korfmann promoviert hat), schon eine Unterkunft im Grabungsdorf für uns organisiert. Wir wurden nett von Grabungsteam aufgenommen, das nur noch kleine Grabungen unternimmt und vor allem die grossen Grabungen unter Korfmann aufarbeitet. Es war spannend, das berühmte Troja-Projekt einmal von innen zu sehen, und gleichzeitig traurig zu sehen, wie schwer Korfmanns Verlust wiegt. Geradezu symblisch war der liebevoll angelegte Garten, der an passenden Stellen mit Schildchen und Zitaten aus der Ilias geschmückt war: die grosse Rosmarin-Hecke mit Schildchen und Zitat zum Thema "Heilkräuter" ist im Sommer von Korfmanns Tod verdorrt.

Nordostbastion der Burg von Troja VI, eingebaut in die hellenistische Temenosmauer des Athentempels

Über die Burg führte uns Eva und gab sich alle Mühe, unseren eio weit über 40 Grad etwas tauben Köpfen die komplizierte Stratigraphie zu erklären. Mit vielen Pausen im Schatten machten wir einen ausführlichen Rundgang, der jedem widerspricht, der meint, es gäbe in Troja nichts zu sehen.

Peter Jablonka mit Eva und Francis

Durch die Unterstadt von Troja führte uns Peter Jablonka, der langjährige technische Grabungsleiter der Grabung. Peter konnte im letzten Jahr in einem Schnitt den Verteidigungsgraben der Unterstadt auch dort nachweisen konnte, wo die Geophysik an ihre Grenzen gekommen war. Eines der wichtigsten Argumente der Kritiker im Troja-Streit ist somit widerlegt; das Interesse der Trojaner jedoch, die Diskussion wieder aufleben zu lassen, ist gering.

Graben der spätbronzezeitlichen Unterstadt von Troja VI

Zu Gange waren in Troja auch zwei Freiburger: Christian Hübner und Stefan Giese von GGH, die die geophysikalischen Untersuchungen fortsetzten. So gab es auch in Troja ein kleines Freiburgertreffen.

Christian Hübner bei der Arbeit mit dem Caesium-Magnetometer

Den Tag in Troja beschloss ein Bad in der Besik-Bucht, in der vielleicht die Schiffe der Griechen bei der Belagerung Trojas vor Anker gegangen sind. Heute ist die Bucht flach, aber mit eiskaltem, klarem Wasser gesegnet, das bei der Hitze ein wahrer Segen war.

Besik-Bucht

Christian Hübner, Francis, eine Grabungsteilnehmerin, Peter Jablonka und Eva, vorne Deniz, bei der Pause

Troja war in vielerlei Hinsicht spannend, die beiden Abend mit dem Grabungsteam sehr nett. Der Ort, von dem ich zuvor schon so viel gehört hatte, hat jetzt endlich konkrete Konturen gewonnen. Seinen Ausklang fand der Besuch in Canakkale, wo nicht nur das trojanische Pferd aus dem Hollywood-Streifen "Troy" zu sehen ist, sondern auch die private Bibliothek von Korfmann, die er der Stadt Canakkale vermacht hat und die heute als öffentliche Bibliothek dient (Manfred Osman Korfmann Kütüphanesi) .

Freiburg in Troja. Die Klimaanlage aus dem rechten Wagen hätte sich auch bei uns gut gemacht. Zur Zeit ist es hier so warm, dass beim der Asphalt auf der Strasse nicht nur schmilzt, sondern so heiss ist, dass bei der Öffnung der Fenster keine Abkühlung im Schwitzkasten namens Auto eintritt, sondern man das Gefühl hat, sich einen Föhn ins Gesicht zu halten...

Montag, Juli 23, 2007

Ruinenmassen

Magnesia, Priene, Milet, Didyma, Euromos, Halikarnassos, Ephesos, und heute Pergamon. Die antiken Staetten kommen jetzt Schlag auf Schlag, und natürlich mit viel zu wenig Zeit. Gut, dass ich hier in zwei Wochen nochmal durchfahre. Da wird dann noch Gelegenheit sein, das ein oder andere besser anzusehen.

Didyma

In Ephesos führte uns Barbara Horejs, Reisestipendiatin von letztem Jahr, über ihre neue Grabung am Çukuriçi Höyük, wo spektakulaere Funde von Chalkolithikum bis in die Frühbronzezeit ans Licht kamen, die viele neue Ergebnisse zu diesen Perioden Westkleinasien erwarten lassen und vielleicht eine Verknüpfung der unterschiedlichen Chronologiessysteme der aegaeischen und kleinasiatischen Archaeologie möglich machen.

Barbara und ihr Wiener Grabungsbus

Spektakulaer war auch das Brunchbuffet ım österreichischen Grabungshaus, zu dem wir anschliessend eingeladen wurden. Danach lange Besichtigung der Ruine...

Spaetantike Stauenbasis

Hanghaus 2 mit dem neuen Schutzbau

... abends ein schönes Abendessen mit Barbara und anderen Mitgliedern des österreichischen Teams und dann weiter nach Pergamon, wo wir gerade sind.

Pergamon

Von Martin, der zurück nach Nysa muss, haben wir uns gerade verabschiedet und brechen jetzt auf Richtung Troja, wo wir heute abend Eva treffen werden und bei den Tübinger Archaeologen unterkommen werden.

Johanniterreise (XI): Bodrum - St. Peter



Ein weiterer, aber vielleicht letzter Höhepunkt meiner Reise zu Johanniterzielen ist die Festung St. Peter in Bodrum, dıe vom Johanniterorden ab 1420 errichtet wurde. Dass hierfuer eines der sieben Weltwunder der Antike, das Mausoleum von Halikarnassos, abgerissen wurde, ist gerade für einen Archaeologen etwas peinlich, aber Denkmalschutz war damals noch weniger populaer als heute. Der deutsche Ordensarchitekt Heinrich Schlegelholt, dessen Wappen am "deutschen Turm" zu sehen ist, hat dennoch eine praechtige erbaut, die nie erobert wurde, sondern 1523 kampflos aufgegeben wurde, als Suleiman Rhodos erobert hatte.



In der Burg ist heute das türkische Museum für Unterwasserarchaeologie untergebracht, u.a. mit den berühmten Wrackfunden von Yassiada oder Uluburun. Ein Raum ist auch der Burggeschichte gewidmet und mit Fahnen der Grossmeister geschmückt, deren Wappen sich an den Bastionen der Festung finden.


Wappensteine gibt es reichlich, etwas 250 an der ganzen Burg. Erkennen konnte ich leider nur wenige, darunter das Wappen des Grossmeisters Pierre d'Aubusson (unten), der Rhodos 1478/80 erfolgreich gegen die Türken verteidigte, und dem im Zuge der Affaere um den türkischen Prinzen Cem die Kardinalswürde verliehen würde. Sein Wappen ist daher mit deö Kardinalshut versehen. Limks neben dem Grossmeisterwappen das Wappen des englischen Hosenbandordens, da der Gouverneur der Burg im spaeten 15. Jahrhundert eim englischer Ritter war.


Besonders schön auch die von spanischen Rittern erbaute Kirche. Innen erkennt man jedoch nichts mehr, da dort heute die Funde von Yassiada mit einer Nachbildung des Schiffes ausgestellt sind. Alles in allem ein sehr eindrucksvoller Besuch - nur tewas kühler haette es sein können. 47 Grad ım Schatten bremsen selbst die grösste Begisterung :-)

Donnerstag, Juli 19, 2007

Von Çatal Höyük nach Nysa am Maeander

Nun geht es wieder einmal Schlag auf Schlag. So rasch, dass es einerseits viel zu berichten gibt, und andererseits keine Zeit ist für ausführlichere Berichte. Daher nun ein paar Schlaglichter auuf die letzten Tage, die uns nach Çatal Höyük, Fasılar, Eflatun Pinar, Manavgat, Lyrbe-Seleukeia, Aspendos, Perge, Termessos, Sagalassos, Aphrodisias und schliesslich nach Nysa geführt haben. İn Nysa sitze ich gerade im Grabungshaus und tippe diese Zeilen, bevor es dann gleich aufgeht nach Westen. Es warten Priene, Milet, Didyma usw usw...

Eines der Haeuser auf dem East Mound mit bemaltem Verputz

Eines der grossen Highlights der Reise war natürlich Çatal Höyük. Praechtiger Empfang von Eva, tolle Donnerstag-abend-Feier mit Tanz am Lagerfeuer, ein Abendessen mit Ian Hodder, Wiedersehen mit Ingmar Franz aus Freiburg und, ganz unerwartet, Katharina Streit, die auf der Durchreise zum Sincirli Höyük war. Die 110-Mann Grabung, zahlreiche naturwissenschaftliche Labore und ausgefeilte Doku-Sheets gaben uns much food for thought. Evas Kollege Peter F. Biehl aus Cambridge/ Buffalo ist ein unglaublich netter Typ, mit dem wir nicht nur viel Spass hatten und viele Infos bekamen, sondern der uns auch die postprozessualen Aspkete der Grabung naeherbringen konnte. Aus Zeitmangel verweise ich auf die Homepage der Grabung...

Ian Hodder und Peter F. Biehl

(Ex-)Freiburger-Treffen vor dem East Mound: Francis, Katharina, Ingmar und ich

Peter und Eva

Weiter ging es dann im Galopp an die Küste mit den Wasserfaellen von Manavgat...


den antiken Staedten Seleukia, Aspendos, Perge und dem wunderbaren, hoch in den Bergen gelegenen Termessos...


... über Sagalassos, wo wir von einem Mitglied des belgischen Teams eine tolle Führung bekamen, nach Aphrodisias, wo uns Bert Smith aus Oxford ein Mittagessen spendierte und uns durch die Magazine führte.

Francis und R.R.R. Smith

Theater von Nysa

Und dann endlich Nysa, wo es ein weiteres grosses Wiedersehen gab. Nicht nur mit den Ruinen, die aus Freiburger Vortraegen schon bestens bekannt waren, sondern auch mit Musa und Martin Beckmann, der für einige Woche in Nysa arbeitet und uns die naechsten drei Tage begleiten wird. Und Musa gilt wieder grosser Dank: für die Gastfreundschaft, für die ausführliche Führung, für die Waschmaschine und das W-LAN, das mir das Blogger emöglicht!

Wieder (Ex-)Freiburger, diesmal in Nysa: Musa, Martin und meinereiner

Mittwoch, Juli 11, 2007

Friedrich Barbarossas Schicksalsfluss


Die Gegend, in der Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Sommer 1190 an der Spitze des dritten Kreuzuges im Fluss Göksu (Kalykadnos/ Saleph) ertrank, habe ich mir immer wüstenartig vorgestellt, mit einem wasserarmen Wadi, bei dem raetselt, wie man dort ertrinken könne. Aber weit gefehlt: Der Göksu führt auch im Sommer reichlich Wasser, so dass ein unglückliches Ertrinken durchaus möglich erscheint. Wie Barbarossa wirklich gestorben ist, ist nicht überliefert. Für den dritten Kreuzzug war sein Tod jedenfalls fatal. Der groesste Teil des riesgen Heeres, das den Kreuzfahrerstaaten gegen Saladin wohl deutliche Entlastung gebracht haette, kehrte um, waehrend Reste des Heeres im Oktober 1190 die belagerte Stadt Akkon erreichten. Die Stelle, an der Barbarossa ertrank, ist nur wenige Kilometer entfernt von der Burg Silifke, die 20 Jahre spaeter in die Hand der Johanniter übergehen sollte. Mit den Johannitern hat Barbarossa allerdings nicht viel zu tun, sondern viel eher mit dem Deutschen Orden, der sich aus einer Krankenpflegebruderschaft entwickelte, die 1190 vor Akkon von Mitgliedern von Barbarossas Heer gegründet worden war.

Johanniterreise (X): Camardesium (Silifke)

Von Mersin kommend fuhren wir gestern durch die Mittagssonne des 42-Grad-Tages and der Küste entlang, als mich der imposante Blick auf die Johanniterfestung von Silifke wieder aus dem Hitzedelirium riss. Praechtig thront die Burg hoch über Silifke, dem antiken Seleucia ad Calycadnum, und dem Fluss Göksu (Calycadnum/ Saleph).

Die Johanniter kamen 1210 auf der Höhe ihrer Macht in den Besitz dieser Burg, die zuvor Byzantinern und armenischen Königen gehört hatten, und bauten die Anlage so gründlich um, dass sie noch heute einen deutlichen kreuzfahrerzeitlichen Stempel traegt. In ihrer Gesamtanlage erinnert die Burg an Margat und den Crac des Chevaliers, ist aber bescheidener und wesentlich schlechter erhalten. 23 Rundtürme und zwei Mauerringe, die mit ihren Buckelquadern, Schiesscharten, Spitzbögen etc. deutlich ins Heilige Land der Kreuzfahrerzeit weisen und sich doch sehr klar von den gleichzeitigen byzantinischen Burgend der Region unterscheiden.

Oben das stark an die nur wenige Jahre zuvor in Syrien errichtete Johanniterburg Margat (Quala'at Marqab) erinnerne Innere des staerksten Turmes an der flachsten Stelle des Berges, unten eine der Schiesscharten

Die Burg blieb jedoch nur kurz in den Haenden des Ordens. Im Jahr 1226 engagierten sich dıe Johanniter für die armenische (katholische) Prinzessin Zabel. Deren Mann, Philipp von Tripolis, war 1224 von rivalisierenden armenischen Kraeften ermordet worden war, um Zabel zur Hochzeit mit Hethum I., König von Klein-Armenien, zu zwingen. Zabel flüchtete in die Johanniterburg. Die Armenier begannen daraufhin, die Burg zu belagern und drohten mit Krieg. Dieses Eisen war den Johannitern offensichtlich zu heiss, worauf sie aus ihrer praechtigen neuen Burg abzogen.

Montag, Juli 09, 2007

Wieder am Mittelmeer...
Den praechtigen Campingplatz in Göreme haben wir heute verlassen und uns aufgemacht in Richtung Süden. Auf dem Programm stand eine unterirdische Stadt ın Kaymaklı, die sich acht Stockwerke tief in den Untergrund erstreckt, und dann die Fahrt über die kilikische Pforte ans Mittelmeer. Die Besuche der anvisierten Museen scheiterten, da wir ganz vergessen haben, dass heute Montag ist. Da haben nicht nur in der Türkei alle Museen zu...
Tarsus hatte eine hübsche Altstadt mit römischen Hausresten, bei denen es sich um das Haus des Hl. Paulus halten soll. Mumkin... Dıe Schönheit der Stadt wurde etwas gedaempft durch eine schwüle Hitze, die wir nach der kappadokischen Bergen gar nicht mehr gewohnt waren. Dann Mersin, dessen Museum natürlich auch zu hatte. Daher werden wir uns jetzt eine nette Tankstelle zum Übernachten suchen und das Museum morgen ansteuern. Dann geht es weiter über Silifke nach Diokaisereia und dann nach Konya. Am 12. dann Çatal Höyük mit ausführlicher Site-Besichtigung und abends Evas Geburtstagsparty. Jetzt aber auf zur Übernachtungsplatzsuche...

Samstag, Juli 07, 2007

Vom Schwarzen Meer nach Kappadokien


Nein, diesmal tatsaechlich weder Naturkatastrophen noch fliegende Steine! Das Wetter ist wieder gut, und den wilden Osten haben wir mittlerweile auch verlassen. In Trabzon erreichten wir das Schwarze Meer und verbrachten einen schönen Tag in der lebhaften, offenen Hafenstadt mıt der grossen Tradition, von der man nicht mehr allzuviel sieht. Unter anderem aber die wunderbare Hagia Sophia aus dem 14. Jahrhundert...


... oder viele russische Autos, die uns nochmal schmerzlich vor Augen führten, wie nah wir dem kaukasischen Abenteuer doch gewesen sind. Von Trabzon aus gibg es dann auf einer ungewohnt guten Strasse gen Westen, ımmer am Meer entlang...

... durch Giresun, jener Stadt, die der Kirsche ihren Namen gab, und durch endlose Haselnussplantagen nach Ünye, wo uns ein Campingplatz am Meer sogar einen Abend am Strand erlaubte.


In Samsun bogen wir dann wieder ab ins Binnenland und machten einen ausführlichen Stopp in Amasya, dem Geburtsort Strabons. Dort gab es nicht nur Graeber der pontischen Könige zu sehen, sondern besonders eindrücklich und gruselig die Mumien mongolischer Ilkhane, die die Region im 14. Jahrhundert beherrschten. Schöne osmanische Haeuser, Hamams, Medresen und Moscheen gab es auch in Tokat...


... dort jedoch auch eine besondere Spezialitaet: das Tokat-Kebab. Lammspiesse mit Auberginen, Paprika, Knoblauch und einem Tomatenragout. Köstlich!


Über Sivas und Kayseri, vorbei an beeindruckenden hethitischen Felsreliefs und dem 3916 m hohen Ercyes Dağı sind wir nun in Kappadokien angekommen, wo wir uns einige Tage Zeit genommen haben und trotzdem nur einen Bruchteil der Kirchen, Klöster und unterirdischen Staedte werden sehen können (anbei das Tal von Zelve, das wir heute besichtigt haben).

Auch der internatıonale Strassenschilderwald bietet immer wieder Neues. In Kappadokien ganz besonders sympathische Strassenberquerer:


Nun sind wir auf einem wunderbaren Campingplatz in Göreme angekommen. De Aussicht von unserem Parkplatz ist phaenomenal, die Duschen die besten der ganzen Reise, der Preis gering, und sogar ein grosser Pool dabei. So laesst sich's leben!


Und nach zahlreichen zweifelnden Anfragen, ob ich denn tatsaechlich noch am Leben sei, anbei vor allem auf Wunsch der Familie der Beweis :-)


Montag, Juli 02, 2007

Sumela

Kurz vor Trabzon (Trapezunt) haben wir das Kloster von Sumela besucht. Spektakulaer am Hang gelegen, wurde dieses Kloster im spaeten 4. Jahrhundert gegründet, von Justinian erneuert. Mit Höhen und Tiefen bestand es bis 1923, als alle Griechen der Region vertrieben wurden. Dass das Kloster 1923 abbrannte, ist wohl kein Zufall. İn den letzten Jahren wird es wieder aufgebaut und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Besonders schön auch die Wanderung dorthin, bei der man sich nicht nur optisch, sondern auch geruchlich ganz wie im Schwarzwald fühlt. Ganz so wild, vorbei an hohen Wasserfaellen und mıt immer neuen Blicken auf das Felsennest, haben wir es dann aber doch nicht zuhause.


Der Weltenbummler

Nach so vielen Nachfragen gebe ich es ja zu. Das Van Gölü Canavarı war eher eine Van-Vorstellung. Aber ihn haben wir wirklich gesehen: den Weltenbummler! An einer wirklich einsamen georgischen Klosterruine (für Kenner: Haho), stand er plötzlich vor uns, der Karavan aus Zwickau.

Der Weltenbummler ist ein sehr netter Sachse, der mit seinem Auto staendig in der Welt herumkurvt, mal Mali, dann Baikalsee, und unglaublich gerne und viel erzaehlt. "Das haste nicht gedacht, dass Du den Weltenbummler hier triffst, was?" Nein, zugegebenermassen nicht, vor allem nicht im einsamen Haho.

Leider waren wir etwas unter Zeitdruck und konnten dem Weltenbummler nur eine halbe Stunde zuhören, aber das war alles schon gehoerig spannend. Da macht unsereins einen Kindergartenausflug. Da wir von dieser Begegnung so begeistert waren, hier noch die naechsten Reiseziele des Weltenbummlers. Vielleicht findet sich ja unter den werten Lesern dieses Blogs eine Mitreisende?