Montag, Januar 29, 2007

Assuan und Elephantine



Mit dem Deutschen Haus in Luxor war in Hinsicht auf die Schönheit des Platzes noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: Das DAI-Grabungshaus auf der Kataraktinsel Elephantine bei Assuan ist ein wahrer Traum. Direkt am Nil gelegen, fernab von Trubel der nahen Stadt Assuan, mit einer Terrasse von der aus man Nilinseln, die Wüste am anderen Ufer, Feluken unter vollen Segeln und unglaublich viele verschiedene Vogelarten beobachten kann. Die Bilder vermitteln vielleicht einen gewissen Eindruck dieses unglaublichen Platzes.



Ähnlich beeindruckend die nahe gelegene Grabung, in deren Schichten aus sechs Jahrtausenden man beim Herumspazieren 4500 Jahre alte Textilien, Holzsäulen, oder Ziegenkot aus dem alten Reich bewundern kann. Daneben gibt es mehere beeindruckende Tempel, unter anderen den für die Stadtgöttin Satet, für den Kataraktgott Chnum oder, unglaublich aber wahr, den einzigen bekannten altjüdischen Jahwe-Tempel einer aramäischen Soldatenkolonie aus der persischen Zeit.

Elephantine: Krasse Stratigraphien...

... und spannende Schnitte

Die benachbarte Stadt Assuan ist eigentlich nicht sehr sehenswert. Sie hat eine sehr schöne "Corniche" entlang des Nils, an der Kutschen- und Schiffchen-Broker nicht ganz so aufdringlich sind wie in Luxor, und das äußerst sehenswerte "Nubische Museum". Südlich von Elephantine lag schließlich die längste Zeit der bekannten Geschichte die Grenze zwischen Ägypten und den nubischen Königreichen.

An der "Corniche" von Assuan

Das Schweizer Institut für Ägyptische Bauforschung führt in der Innenstadt von Assuan, dem antiken Syene, zur Zeit etliche Notgrabungen durch, zu denen uns Wolfgang Müller führte, ein sehr netter Österreicher beim Schweizer Institut. Die interessanteste Grabung war auf einer Baustelle der koptischen Kirche, in deren Baugrube einige Häuser aus pharaonischer Zeit zu Tage kamen.
Notgrabung des Schweizer Instituts

Sehr nett war es immer abends im Deutschen Haus, in dem wir sogar in den Genuß einer Party kamen mit englischen und französischen Gästen kamen. Mit dem brennenden Kamin entstand in dem Wohnzimmer des Hauses abends immer eine Art Skihüttenatmosphäre, die nett mit der Sonne und 30 Grad des Tages kontrastierten. Lediglich die Schischa erinnerte daran, dass man sich im Süden Ägyptens befand...

Abends im Deutschen Haus

Grossartig war auch ein Bootsausflug zur fatimidischen Festung El Bab hoch über dem Nil, wo ein Team der Uni Cambridge um Pamela Rose einen Survey durchführt. Der steile Aufstieg über Geröllhalden und Felsen macht dieses Projekt zur mit Abstand gefährlichsten archäologischen Unternehmung, die ich je gesehen habe, unterstreicht aber auch die Grossartigkeit dieses Platzes, von dem aus der Verkehr und Warentransport am ersten Katarakt kontrolliert werden konnten.

El Bab

Nachdem ich den Film über der Assuan-Staudamm in der 7., 9., und 11. Klasse sehen musste, war es natürlich auch bewegend, dieses Wunder-Teufelswerk der Technik einmal im Original zu sehen, besonders die endlosen Wassermassen dahinter, die sich in tiefem Blau mitten in der Wüste erstrecken. Im See in der Nähe des Staudammes ist auf einer Insel der gerette Kalabsha-Tempel zu bewundern, unterhalb des Dammes auf einer Insel im alten Stausee die ebenfalls gerettete Tempelanlage von Philae, einstmals Haupttempel der Isis und somit Zentrum einer Weltreligion. Ja, die Tage in Assuan waren paradiesisch. Schade, dass es so schnell vorbei war. Am Mittwoch geht es dann mit dem Flieger in den Jemen....

Wanderung am Westufer des Nils

Der Isis-Tempel von Philae

Sonntag, Januar 21, 2007

The Embrace of History...

Luxor und Theben-West sind in der Tat äusserst beeindruckend. Falls es jemand jedoch nicht merken sollte, wird es jedem durch die entsprechenden Schilder mitgeteilt. Dieses hier steht im "Queens Valley"...

Gestern bin ich mit der Fähre über den Nil gesetzt und habe den Amun-Tempel von Karnak, den Luxor-Tempel und das Museum von Luxor gesehen. Der Tempel in Karnak übertrifft an Grösse und Monumentalität alles, was ich bisher aus der Antike gesehen habe. Die Fotos hier können nur einen schlechten Eindruck vermitteln von den riesigen Pylonen, dem Wald von unvorstellbar großen Säulen und Gefühl von Zeitlosigkeit, wenn man vor einem Relief steht, das mit dem Sieg des Pharaos Scheschonk über Rehabeam, König von Juda und Sohn Salomos, eine Episode darstellt, die auch im Alten Testament überliefert ist.



Amun -Tempel in Karnak

Heute war nochmal ein grosser Besichtigungstag: Los ging es mit Medinet Habu, dem Totentempel Ramses III., dann der nur sehr fragmentarisch erhaltene Tempel des Meremptah. Nur einige hundert Meter daneben der Reste des Totentempels von Amenophis III., von dem eigentlich nur seine beiden riesigen Sitzstatuen, die sogenannten Memnonkolosse erhalten sind. In römischer Zeit waren die beiden Kolosse das wohl berühmteste Touristenziel der Zeit. Auf den Füßen der linken Statue hat unter anderem Hadrian seine Visite verewigt.

Nördlicher "Memnon-Koloss"

Von den Kolossen ging es dann zu Fuß weiter ins Tal der Königinnengräber, in dem leider das berühmteste Grab, dasjenige der Königin Nefertiti, geschlossen war. Zu sehen waren zwei Prinzengräber mit herrlichen Malereien, und ein wunderbares Tal, in dem ich eine „neue“ Vogelart gesehen habe: Wüstengimpel – süße kleine Viecher mit knallrotem Schnabel.

Tal der Königinnengräber

Wegen eines starken Windes herrscht heute eine sehr gute Fernsicht. Wie auf dem untersten Bild zu sehen, war der östliche Rand des Niltales gut zu erkennen und ganz klar der 2. Pylon des Amun-Tempels in Karnak. Vorne links das "Ramesseum", der Totentempel Ramses II. Jetzt heisst es dann "Adieu Luxor" - morgen früh geht es mit dem Zug 220 km weiter in den Süden nach Assuan.

Blick vom Tor des "Deutschen Hauses" ins Niltal

Freitag, Januar 19, 2007

Theben - Luxor

Der Nachtzug von Kairo nach Luxor hatte nur 3,5 Stunden Verspätung, so daß ich gestern gegen 10:00 in Luxor ankam, von einem freundlichen Taxifahrer abgeholt wurde, der schon seit vier Stunden am Bahnhof stand, und zum "Beit el-Almani", dem Haus des DAI in Theben-West gebracht wurde. Da gerade keine Grabungskampagne stattfindet, habe ich Glück, das Günther Heindl, ein Grabungstechniker des DAI, gerade wegen Restaurierungsarbeiten hier wohnt und ich mit unterschlüpfen kann. Das "Deutsche Haus" liegt mitten im Gebiet der alten Nekropole, am Totentempel von Ramses II., etwa in der Mitte zwischen dem Tal der Königinnengräber und dem Tal der Könige. Das Haus ist wunderschön, vier Flügel mit den Schlaf- und Arbeitsräumen gruppiert um einen palmenbestandenen Innenhof. Ein sehr netter Hausverwalter namens Ahmed macht Frühstück und Abendessen, und ich kann sogar mal wieder meinen eigenen PC ins Internet einstöpseln. Es hat hier tagsüber bis zu 25 Grad, Sonnenschein und beste Luft. Sommer im Januar!

Das "Deutsche Haus" in Gurna


Gestern nutze ich den Rest des Tages für die Besichtigung des Arbeiterdorfes Deir el Medina, das nur fünf Gehminuten von hier entfernt ist, dann des Tals der Königinnengräber und schließlich, schon im späten Nachmittagslicht, des Ramesseums. Heute tauschte ich die relative Einsamkeit des gestrigen Tages gegen Touristenmassen ein: Deir el-Bahri (Totentempel der Hatschepsut) und das Tal der Könige, in dem sich die Füllung von hunderten von Touri-Bussen durch die Gräber schoben. Alleine war ich lediglich auf der Wanderung über den Berg zwischen Hatschepsut und dem Tal der Könige, auf der ich in der Mittagssonne doch ziemlich ins Schwitzen kam. Im Tal der Könige habe ich fast alle Gräber besichtigt, die offen waren, darunter diejenigen von Thutmosis III., Ramses I., Ramses III., Sethos II., Sethnacht, Ramses IX., etc. etc. Ausgelassen habe ich lediglich das Grab von Tutanchamun, das erstens überfüllt war und zweitens eine recht teure Extragebühr gekostet hätte, die mein "Tasrih" nicht abdeckt. Zurückgewandert bin ich durch das Dorf Gurna, jenes berühmte Dorf der ehemaligen Grabräuber, die heute alle Alabasterrepliken herstellen und sich als Wächter und Händler in Theben-West eine goldene Nase verdienen. Nette Leute, aber unheimlich nervig. Was in Ägypten sowieso auffällig ist, ist hier potenziert. Man kann keine zwei Minuten gehen, ohne irgendeine Figur, einen Papyrus oder Postkarten unter die Nase gehalten zu bekommen, natürlich "very cheap", ohne gefragt zu werden, wo man hin wolle und für was man Tickets habe, oder, besonders von Jugendlichen, einfach so ohne jegliche Leistung nach Bakschisch gefragt zu werden. Natürlich geht es den Leuten hier nicht so gut, und es ist ja eigentlich alles nicht schlimm, aber wenn das über Stunden ohne Pausen so geht und schon der nächste kommt, wenn man einen gerade abgewimmelt hat, ist es gegen später dann doch schwer, noch nett zu bleiben. Gleichzeitig sind es beeindruckende Menschen. Die Leute von Gurna waren es auch, die nach dem Massaker im Hatschepsut-Tempel, bei dem sechs Islamisten 1997 Touristen zusammengetrieben haben und dann wie Tiere abgeschlachtet haben, die Terroristen gestellt und umzingelt haben. Die Polizei war da schon längst geflüchtet...

Totentempel der Hatschepsut vom Bergkamm auf dem Weg ins Tal der Könige gesehen

Ptolemäischer Tempel in Deir el-Medina

Da um fünf hier schon alles zu macht und dann alle Touristen die Gegend verlassen müssen, und das dorf Alt-Gurna, das hier direkt neben dem Deutschen Haus über den Gräbern liegt, Stück für Stück abgerissen wird, ist es hier abends sehr ruhig. Im Kühlschrank gibt es kühles Bier zum Selbstkostenpreis, mit dem man sich auf die Terrasse setzen kann und den Sonnenuntergang mit Blick auf das Niltal geniessen kann. Hier lässt es sich leben ;-)

Dienstag, Januar 16, 2007

Caracalla goes native

In Siwa habe ich eine Grüppchen von Touristen gesehen, das durch seine Kleidung besonders auffiel: Die drei trugen Galabiyyas, also traditionelle ägyptische, nachthemdartige Gewänder und meinten, auf diese Weise wohl unerkannt im bunten Treiben der Einheimischen mitschwimmen zu können. Weit gefehlt! Das sah sogar für mich als Fremden ungefähr so autentisch aus wie Japaner in Lederhosen und erinnerte mich an Reinhard Meys lustiges Lied vom "Mann aus Alemannia". Wie blöde, sich auf diese Weise "einheimisch" machen zu wollen. Das wäre ungefähr so, wie wenn ein reicher Fremder nach Deutschland käme und sich, um sich den Einhemischen anzunähern, im Blaumann des Hausmeisters im Luxushotel erscheinen würde.

So weit, so gut. Im Alexandria National Museum musste ich heute jedoch einsehen, dass unglückliche Verkleidungsversuche keine neuzeitliche Erfindung sind. Dem römischen Kaiser Caracalla ist etwas ähnliches passiert, als er sich ägyptisch geben wollte...

Dieses Kostüm ist übrigens heute noch in Kairo käuflich zu erwerben. Vielleicht sollten die Touris in Siwa es einmal damit probieren. Sie würden jedenfalls nicht stärker auffallen als mit Galabiyya, und bei Caracalla scheint es ja auch den gewünschten Effekt erzielt zu haben ;-)

Sonntag, Januar 14, 2007

Siwa

In der Oase Siwa war ich zwar schneller als Alexander der Grosse, aber 8 Stunden hat es in einem superengen Ueberlandbus dennoch gedauert. Nachdem ich endlich meinen reservierten Sitzplatz hatte, auf den sich eine Frau mit einem falschen Ticket gesetzt hatte und nicht weichen wollte, fuhr der Bus um 11:00 in Alexandria ab und war nach zwei Stops mitten in der Pampa und einmal in Marsa Matruh um 20:30 in Siwa, einer Oase, die unter dm Meeresspiegel mitten in der libyschen Wueste (oestliche Sahara) liegt und von fossilem Wasser lebt, das hier zu Tage tritt.

Dort eine Ueberraschung: Regen, und zwar ordentlich. Das deprimierte mich etwas, da Francis und ich ja schon in den tunesischen Oasen Pech mit dem Wetter hatten. Und das, wo doch im Reisefuehrer steht, in Siwa wuerde es nie regnen :-) Nachdem ich auch den Aerger ueberwunden hatte, dass mir im Bus mein mp.3 Player abhanden gekommen ist, bin ich doch recht gluecklich in Siwa eingeschlafen. Das Luxushotel am Ort heisst Youssef und kostet fuers Doppelzimmer (die Einzelzimmer waren voll) ganze 24 Pfund, also etwas mehr als 3 Euro.

Schlammbad in der Wüste

Heute habe ich mich dann zu Fuss aufgemacht zu den verschiedenen Sehenswuerdigkeiten der Oase, von denen der Amuntempel mit dem Orakel sicherlich das spektakulaerste war. Ein Bau aus saeuberlichst behauenen Bloecken, aussen einem Mix aus griechischer und aegyptischer Bauornamentik und innen Hieroglyphen. Der Tempel wurde im 6. Jahrhundert vor Christus angeblich von griechischen Baumeistern aus Kyrene (was heute in Libyen liegt) erbaut. Er muss damals als einziges Gebaeude aus Stein in einer Landschaft aus Palmen und Lehmhaeusern und auf einem hohen Huegel ueber der Oase liegend noch viel eindrucksvoller als heute in seinem auesserst unliebenswuerdig restaurierten Zustand gewesen sein. Aber es ist trotzdem auch heute bewegend, in einem Raum zu stehen, in dem schon Alexander der Grosse war.

Der Amun-Tempel erhebt sich auf einem Hügel aus dem Meer der Dattelpalmen

Der sog. Orakel-Tempel

Nach langen Maerschen durch Palmenhaine, Oasengärten...

...und Sandduenen bin ich jetzt muede und freue mich auf eine Gut-Nacht-Cola. Das Internet-Cafe hier ist uebrigens der bizarrste Laden, den ich bisher gesehen habe. Abgewrackte PCs, flippige Deko und um mich rum lauter junge Maenner in weissen Gewaendern und mit langen Baerten, die sich mit Computer-Ballerspielen amuesieren und Muezzin-Rufe als Handyklingelton haben.


Durch die Wüste...

Hier stehe ich vor dem Grab Alexanders des Grossen (siehe hierzu den Link in den Kommentaren ;-))

Mittwoch, Januar 10, 2007

Beim Friseur...

Es macht mir langsam Sorgen. Zwei unterschiedliche arabische Länder, zwei verschiedene Friseure und die gleiche Show. Ich sage ungefähr, wie ich es haben will ("nur gaaaanz wenig"), nehme die Brille ab und warte. Irgendwann darf ich die Brille wieder aufziehen und habe ganz kurz geschnitte Seiten, einen ebensolchen Nacken, und dazu einen prächtigen Linksscheitel mit glatt nach rechts gekämmten Haar vorne. Fehlt nur noch das passende Bärtchen.... Ich sollte auf die Frage, woher ich komme, das nächste mal mit Spanien oder Italien antworten. Franco und Mussolini hatten zumindest keine so charakteristische Frisur...

Ich hab's dann ganz kurz schneiden lassen, was mich natürlich nicht davon abhält, in Marsa Matruh trotzdem das Rommel-Museum zu besuchen ;-)

Dienstag, Januar 09, 2007

Reiseplan Ägypten

Hier mein Reiseplan für die nächsten Wochen

11.-13. Jan: Alexandria
14.-15. Jan: Siwa
16. Jan: Reise Siwa-Kairo
17. Jan: Kairo
18.-21. Jan: Luxor
22.-25. Jan: Assuan
27.-31. Jan: Kairo

Februar: Jemen

Sonntag, Januar 07, 2007

Kairo

Waqala al-Ghuri

Da ich immer noch Hoffnung habe, irgendwann ein "Tasrir", einen Ausweis für den freien Eintritt in Museen, Moscheen, Ruinenstätten etc., zu bekommen, treibe ich mich zur Zeit vor allem in Gegenden Kairos herum, die keinen Eintritt; denn so billig Ägypten eigentlich ist, so teuer ist der Eintritt für die Ruinen. So zahlt man für die Pyramiden etwa 10 Euro Eintritt, und wenn man eine von innen sehen will, muss man drauflegen. Im Ägyptischen Museum läuft das ähnlich, und an den meisten anderen Plätzen auch. Leider ist nicht sicher, ob ich so einen Pass bekommen. Das entscheidet sich am Mittwoch. Bis dahin bitte Daumendrücken :-)

Zur Zeit bin ich ohnehin nur die Hälfte der Zeit unterwegs, die andere Hälfte arbeite ich hier in der Bibliothek des DAI, um einige Dinge, die schon lange warten, fertigzumachen. Der heutige Sonntag war etwa so ein Arbeitstag, unterbrochen nur von einem Gang zum Handyladen, um eine Prepaid-Karte zu kaufen (Nummer siehe unten).

Wunderbar war dagegen der Samstag: Ein ganzer Tag in der Altstadt von Kairo, gemeinsam mit Ulrike Fauerbach, Referentin hier am DAI und Bauforscherin, sowie Constanze und Anne Holler, der Redaktions-Hiwi'in und ihrer Schwester, die witzigerweise aus Freiburg kommen. Mit dem Taxi ging es vom DAI bis zur Al-Azhar Moschee und Universität, die mitten im Zentrum des hochmittelalterlichen Kairo liegt.

Die Al-Azhar Moschee: geistiges Zentrum des sunnitischen Islam

Gewürzladen beim Lebensmittelmarkt

Von da aus in kleinen Schritten durch den Khan al-Khalili, den engen, sehr lebhaften Bazar der Stadt, verschiedenen Karawansaraien (siehe Bild ganz oben), Moscheen, Medresen (Koranschulen), Hammams und Hospitälern bis zur Stadtmauer und wieder zurück. Der Radius, in dem wir uns bewegten, umfasst nicht viel mehr als einen Kilometer, aber es reichte für einen ganzen Tag. Ein Spaziergang in Kairos Altstadt ist nicht nur wegen der Monumente, sondern auch wegen des ganzen Drumherums eine Zeitreise in die Vergangenheit: Eselskarren, unterschiedlichste kleine Handwerkerstuben, Metzgereien, Fischläden, ungepflasterte, schlammige Strassen mit Müllhäufen an den Seiten, tote Katzen, Gestank, Geschrei und Duft nach Gewürzen und frischem Essen: Vollbeschäftigung für alle Sinne

Eine der Hauptstrassen in Kairos nördlicher Altstadt: Schlammpfützenspringen

Frische Felafel

Das Highlight des späteren Nachmittags war die Besteigung des Minaretts der Barquq-Moschee, von dem man einen umwerfenden Blick auf Kairo hatte. Auf dem Bild hier sieht man vorne ganz links das Minarett der Hussein-Moschee, der schiitischen Hauptmoschee von Kairo, in der der Kopf von Hussein aufbewahrt wird, rechts davon die Al-Azhar Moschee, hinten auf dem Berg die Zitadelle mit der Alabaster-Moschee von Mohamed Ali, und rechts davon die Sultan Hassan-Moschee. Ganz vor ist das Minarett der Nasr-Moschee zu erkennen, die noch in einem weiteren Kapitel der "Johanniterreise" vorkommen wird. Könntet ihr den Blick jetzt nach rechts sehen, würdet ihr in der untergehenden Sonne die Pyramiden sehen....

Der Ausflug in die Altstadt war auch kulinarisch ein Erlebnis: wunderbare Felafel, frischgepresster Orangensaft, Tee im "Fishawy", einem wunderbaren Café mitten im Souk, und schliesslich eine ägyptische Spezialität, die ich bisher noch nicht kannte: Kushari

Kushari - sieht nicht nach haute cuisine aus, schmeckt aber klasse

In der Abenddämmerung ging es durch den Kleidermarkt zurück. Ich wäre ja fast in Versuchung geraten, mir für die hier doch sehr kalten Nächte eine garantiert echte Adidas-Trainingshose für 1,20 Euro zu kaufen. Vielleicht gehe ich da nochmal hin :-)

Unser Dreikönig ist übrigens für die ägyptischen Kopten das Weihnachtsfest. Daher ist hier in allen Kirchen Hochbetrieb. Ich war vor drei Tagen in Fustat (Alt-Kairo), also dem ältesten Teil der Stadt, der auf den Ruinen der diokletianischen Festung Babylon erbaut wurde (nicht identisch mit der mittelalterlichen Altstadt Al-Kahira). Anbei Bilder der berühmten koptischen "hängenden Kirche" Al-Moalaka


Al Moalakka im Weihnachtsschmuck

In Alt-Kairo ist man übrigens auch rasch an anderen Gestaden des Mittelmeeres: die Kirche des hl. Georgios, ebenfalls auf dem diokeltianischen Kastell direkt neben dem koptische Museum, ist Klein-Ellas. Ein letzter Rest levantinischer Internationalität.


Ägyptische Telefonnummer

Nun bin ich auch in Ägypten kostengünstig und praktisch zu erreichen:

002 0108 608107

Freue mich über Anrufe :-)

Mittwoch, Januar 03, 2007

Ägypten...


Rechtzeitig in Frankfurt: der dritte Flug von unten rechts ist meiner

Der sechstägige Freiburg-Stop war schnell vorbei. Wieder auf Achse bin ich gestern abend in Kairo gelandet. Mit "Egypt Air", die sich entgegen erster Befürchtungen beim Start als eine sehr empfehlenswerte Airline herausgestellt hat: freundlicher Service, ein ganzes Menü (wo gibt's denn das heute noch?) und eine der sanftesten Landungen, die ich bisher erlebt habe. Mal sehen, ob das zwischen Kairo und Sana'a weiterhin so solide wirkt.

Die Verhandlungen mit dem Taxifahrern am Flughafen waren entgegen der Beschreibungen im Reiseführer unkompliziert, so dass ich ganz problemlos gegen 22:00 gestern am DAI angekommen bin. Ohne meine rudimentären Arabischkenntnisse waere es allerdings nicht so einfach gegangen: die englischsprachigen Taxifahrer verlangten 70 Pfund, "meiner" war auf arabisch mit 40 zufrieden. Allerdings kannte er den Weg in Zamalek nicht, weshalb ich mit meinem in Tunesien erworbenen Sprachschatz "rechts", "links" und "geradeaus" und dank meines Besuchs letztes Jahr in die Ehre kam, einem einheimischen Taxifahrer den Weg durch Kairo erklären zu dürfen.


Heute war ich vor allem in der Bibliothek, einkaufen, Gegend erkunden und habe mich in die Ägyptologie eingelesen. Das DAI liegt - wie oben auf dem Bild zu sehen - recht idyllisch auf der Nilinsel im Stadtteil Zamalek, das Zimmer ist bestens (s.u.). Hier läßt sich's leben... Mehr von Kairo demnächst.
Etwas verspätet, aber nicht weniger herzlich allen verehrten Lesern dieses Blogs ein

GUTES NEUES JAHR 2007

!!!

Tarragona

Amphitheater mit Kircheneinbau

Von Madrid aus führte unser Weg in einer langen Fahrt über Zaragoza direkt nach Tarragona, einer nicht nur archäologisch äußerst sehenswerten Stadt südlich von Barcelona. Einst Hauptstadt der grossen römischen Provinz Hispania Tarraconensis ist dort auch heute noch viel aus dieser Zeit zu sehen: Reste eines sich über mehrere Terrassen erstreckenden "Provinz-Forums" (daneben gibt es noch ein städtisches Forum), ein am Meer gelegenes Amphitheater mit einer spätantik-westgotisch-romanischen Kirche, die dort in Gedenken an den in dieser Arena verbrannten christlichen Bischof Fructuosus erbaut wurde, Reste des Stadions, die Stadtmauer und vieles mehr, daneben ein sehr sehenswertes Museum und eine spätantik-frühchristliche Nekropole, deren Hauptmuseum leider geschlossen und nur durch eine kleine Austellung ersetzt war.

Aquaedukt von Tarragona

Von Tarragona ging es nach Girona und am folgenden Tag nach Orange, wo ich mit der grandiosen scaenae frons des Theaters zum letzten Mal für die nächsten Monate "weströmische" Antiken besichtigte.

Leo en France

Pünktlich waren wir an Heiligabend in Freiburg, wo das Auto nun eine Ruhepause einlegt....