Freitag, Juli 25, 2008

Venezia, Roma e i barbari

Es ist wahr, wir haben einen Barbaren in York gefunden, mehrere sogar, aber das reichte noch nicht. Am letzten Wochenende ging es von Rom aus mit dem Nachtzug nach Venedig, um dort die letzte Möglichkeit zu nutzen, die Austellung "Roma e i barbari" zu sehen. Samstag früh traf ich mich am Bahnhof mit Roland und Julia, die aus Innsbruck dazustiessen. Gemeinsam machten wir uns auf ins Getümmel Venedigs. Die Ausstellung war, kurz zusammengefasst, als Ausstellung schlecht, mit veralteten historischen Konzepten, aber mit grossartigen Stücken, die die Reise nach Venedig in jeder Hinsicht rechtfertigten. Wir werden eine Ausstellungskritik schreiben, die es irgendwann in einem Internetrezensionsjournal zu lesen geben wird.

Bilder kann ich leider keine präsentieren, da in der Ausstellung strenges Fotoverbot herrschte, aber Venedig bietet ja hinreichend andere Dinge, die zu Fachdiskussionen Anlass geben. Unten zum Beispiel die Gruppe der Hexarchen in, oder besser an San Marco. Es handelt sich um Statuen des spätrömischen Herrschers Diocletian mit seinen Mitherrschern Maximian, Constantius I., Galerius, Roland und Philipp.

Nach 9 Stunden Ausstellungsbesuch begann der lustige Teil des Venedigwochenendes. Aperitivo mit Spritz in einer hübschen Hinterhofosteria...

... und dann die Festa del Redentore, bei der ganz Venedig und viele Fremde auf den Beinen waren. Wir waren weniger auf den Beinen als auf der Bank eines Festplatzes, zu dem uns Neva (unten rechts) und Piero, Freunde von unserem Paveser Freund Piero Majocchi hinführten. Es gan Gegrilltes und Tafelwein, dazu italienischen Schlager und...

... eine Lotterie, bei der jedes Los gewann. Hier sieht man Roland beim Abholen seines Gewinns. Es war eine Trillerpfeife. Ich hätte ja gerne das Fahrrad gewonnen, bin aber nun...

... stolzer Besitzer eines Wischschwamms, einer Dose Stuzzicadenti (Zahnstocher) und Seifenblasen, die ich erfolgreich gegen eine Fliegenklatsche eingetauscht habe. Piero, der Venezianer, gewann eine Modellmaske. Begeistert war er nicht. Für Neva gab es eine Fliegenklatsche, für Julia einen Schwamm. Reich beschenkt zogen wir weiter zum Höhepunkt des Abends, nämlich dem ...

... Feuerwerk des Erläserfests, das wir von der Dachterrasse der Wohnung von Pieros Eltern am Canale Grande ansehen konnten. Es war in jeder Hinsicht grossartig; nicht nur die Terrasse, sondern auch die Show. Ich hatte noch niemals nur ansatzweise ein ähnlich prächtiges Feuerwerk gesehen. Beeindruckend auch die endlose Schlange an Booten, die sich danach wieder durch den Kanal nach Hause drängten. Wir drängten uns deutlich später in den Bus nach Mestre, wo wir die Nacht verbrachten. Mille grazie an Neva und Piero für diesen schönen Abend!

Mittwoch, Juli 16, 2008

A barbarian Roman...


... or a Roman barbarian? Constantine the Great at York,
demonstrating the crucial problem of migration-period identity.

Sonntag, Juli 13, 2008

IMC Leeds 2008 (IV): Receptions and Bodington Pub


Presse bei der Arbeit
Albrecht und Ralph

Simon und Manuel

Guido, Julia, Manuel und Albrecht
Marianne und Gerda
Manuel, Piero und Helmut
Guy und Philipp
Die Herausgeber
Roland und Marion
Die Pausierenden
Bernhard, Roland, Philipp und Piero


Medieval Dance (or medieval illumination?)

Samstag, Juli 12, 2008

IMC Leeds 2008 (III): Culinaria

Breakfast: Bacon, beans and egg

England ist berühmt für seine Küche, und mein Blog ist es für seine phantastischen kulinarischen Bilder. Also, ran an Bacon, Beans, and Egg.

1. Das Frühstück. Den Start in den Tag begleitet das Frühstück, mein persönlicher Favorit. Es bestehen vielfache Wahlmöglichkeiten: Bacons with fried egg, fried egg with beans, beans with beans, beans with bacon, bacon with sausage, sausage with bacon, toast with fried toast usw usw. Manchmal gibt es sogar Mushrooms. Grandios. Man startet frisch und leicht in den Tag, aufgewacht und erholt, genau so, wie man es braucht um dreieinhalb Tage hintereinander durchgehend Vorträge anhören zu können und abends noch genug Energie für ausgiebige Konversation übrig hat.

Breakfast: Fried toast and mushrooms

2. Der Speisesaal. Der Speisesaal ist nicht nur ein innenarchitektonisches Schmuckstück, sondern auch der neben dem Pub wichtigste Kommunikationsraum des IMC. Hier wird geplant, diskutiert, geforscht und genossen. Und entdeckt. Die Wasserhähne für das Trinkwasser sind nämlich hinter einer Klapptür in der Holzvertäfelung versteckt, und es hilft auch, zu wissen, dass man sich von zwei Seiten aus anstellen kann, um zum Ziel, dem vollgeladenen Tablett, zu kommen. Rührend auch die wundersame Verwandlung des Speisesaals nach dem mittwochlichen Abendessen. Die Tische werden entfernt, hinten ein Kühlschrank aufgestellt, vorne drei Schweinwerfer aufgestellt, dazu ein Tisch mit PC und Lautsprecheranlage, fertig: Der Speisesaal wird zum Tanzsaal. Dazu aber später, und auch zum local DJ. Hier geht es ja nun schliesslich um's Essen.

Guido, Roland, Marion, Simon und Manuel zu Tische

3. Das Medieval Dinner. Kulinarischer Höhepunkt des diesjährigen IMC war das "Medieval Dinner" (s.u.). Keinem von uns wurde so richtig klar, was daran mittelalterlich war, ausser vielleicht dem verwendeten Fleisch, aber bemerkenswert war es dennoch. Es zeichnete sich, wohl im Gegensatz zu einem echten opulenten Mal des Mittelalters, durch ganz besondere Gewürzarmut aus, was noch dadurch gestigert wurde, dass alle Salzstreuer in der Nähe unseres Tisches verstopft waren. Eindrucksvoll das Grüne. Geschmacklos und dennoch ungeniessbar. Die Sauce erinnerte doch stark an Gravy (war es wahrscheinlich auch), aber die Krokette war gut. Fritieren können sie in Bodington Hall, da besteht kein Zweifel.

The medieval Dinner

4. The Gingerbread. Abgeschlossen wurde das Medieval Dinner durch den Nachtisch: Gingerbread. Das einzige Gericht des Abends, das zumindest mittelalterlich wirkte. Der Koch hatte es mit dem Ginger und dem Mittelalter jedoch so gut gemeint, dass uns die Lady an der Essensausgabe freundlich warnte, das sollten wir lieber nicht nehmen: "it tastes terrible". Nunja, es sah so schön aus, also rauf auf das Tablett. Aber die Essensverteilerin hatte Recht. Es schmeckte schrecklich, und so ging das arme Gingerbread wieder zurück in die Küche...

Gingerbread
IMC Leeds 2008 (II): The Day


The main building of Bodington Hall

The International Medieval Congress (IMC) is organised and administered by the Institute for Medieval Studies (IMS). Since its start in 1994, the conference has established itself as an annual event with an attendance of over 1,500 medievalists from all over the world. It is the largest conference of its kind in Europe. Drawing medievalists from over 40 countries, with over 1,000 individual papers and 350 academic sessions and a wide range of concerts, performances, readings, round tables, excursions, book fair and associated events, the Leeds International Medieval Congress is Europe's richest and largest annual gathering in the humanities. This summer's International Medieval Congress will take place from 7-10 July 2008. The programme is available online here.

One of the sessions: Ralph Mathisen's wonderful paper on marriage laws.

Where should we go next? Benjamin Weber, Piero Majocchi, Simon Schmidt, Marion Sorg and Irene Barbiera looking for the next sessions.

Roland Steinacher giving his paper on "The Vitae Patrum Emeretensium Compared to North African Texts".

Donnerstag, Juli 10, 2008

IMC Leeds 2008 (I): Buchvorstellung

Halleluja, er ist erschienen, und der Öffentlichkeit angemessen präsentiert worden: der Wiener Vandalenband!



Samstag, Juli 05, 2008

Istituto Svizzero di Roma

Die 60-Jahr-Feier des Schweizer Instituts am gestrigen Abend bot Musik, Literatur, ein imposantes Haus und ein prächtiges Panorama von der Dachterrasse.

Am spannendsten, noch besser eigentlich als die Aussicht, die Lesung von Paul Nizon und die wunderbare Musik eines Gitarrenquartetts, war die Essensausgabe (man könnte auch Fütterung sagen), bei der distinguiert wirkende Damen und Herren mit einer unbeschreiblichen Agressivität um Plastikteller mit Pasta kämpften. Als wir uns anstellten, drängte sich rechts eine ältere Dame im Abendkleid vorbei, griff unter den vor ihr stehenden Leuten an den Ausgabetisch und versuchte, bis ein Kellner empört aufschrieh, sich durch die Menschenmenge hindurch Pasta auf den offensichtlich schon benutzten Teller zu schaufeln. Während ich das interessiert beobachtete, stiess mir ein graumelierter Herr im schwarzen Anzug mit dem Ellenbogen in die linke Seite und quetschte sich vorbei in Richtung des Tisches, auf dem die Kellner schon drei von vier Schüsseln Pasta verteilt hatten. Allgemeine Angst, nichts mehr zu bekommen, verstärkte den Druck. Der drängelnde Herr, mittlerweile erfolgreich vor mir und nur noch zwei Reihen vom Ziel entfernt, wurde nun selbst gedrückt und brachte eine winzige, aber äußerst energisch kämpfende alte Dame ins Straucheln, die gerade dabei war, sich katzenartig mit ihrer Beute wieder durch die Menge zurückzuquetschen. Das war das Pech des drängelnden Herren, der sich mal lieber an eine alte alemannische Weisheit gehalten hätte: numme Dubel drängle! Sein engagierter Antritt Richtung Fütterung hatte zur Folge, dass sich die Plastikschale der Dame auf seine Hose und Schuhe ergoss, was eine heftige Schreierei zur Folge hatte, in die die Kellner eingereifen musste. Das hätten sie lieber nicht getan; denn in dem Moment ihrer Ablenkung drängten die Gäste von hinten aus dem Gebüsch an die Näpfe. Die Kellner steckten im Zweifrontenkrieg. Also Rückzug, zwei Fronten sind nichts für Deutsche.

Während die bessere Gesellschaft von Rom um das äußerst sparsam aufgefahrene Essen (die Schweizer haben auch Erfahrung) stritt und sich heftig schwitzend in der anstehenden Menge drückte, wichen wir zum Getränkestand aus, mit Erfolg. Der Weisswein hatte Aussentemperatur. Daher gab es Rotwein, der geniessbar war und die unglaubliche Aussicht auf der Terrasse versüsste.

Ach ja, da war mal ein Song, ein gesellschaftskritischer, der mir beim Heimradeln auf der Via Sicilia (ja, ich bin jetzt stolzer Fahrradbesitzer!) in den Sinn kam und dann nicht mehr gehen wollte....