Theben - Luxor
Der Nachtzug von Kairo nach Luxor hatte nur 3,5 Stunden Verspätung, so daß ich gestern gegen 10:00 in Luxor ankam, von einem freundlichen Taxifahrer abgeholt wurde, der schon seit vier Stunden am Bahnhof stand, und zum "Beit el-Almani", dem Haus des DAI in Theben-West gebracht wurde. Da gerade keine Grabungskampagne stattfindet, habe ich Glück, das Günther Heindl, ein Grabungstechniker des DAI, gerade wegen Restaurierungsarbeiten hier wohnt und ich mit unterschlüpfen kann. Das "Deutsche Haus" liegt mitten im Gebiet der alten Nekropole, am Totentempel von Ramses II., etwa in der Mitte zwischen dem Tal der Königinnengräber und dem Tal der Könige. Das Haus ist wunderschön, vier Flügel mit den Schlaf- und Arbeitsräumen gruppiert um einen palmenbestandenen Innenhof. Ein sehr netter Hausverwalter namens Ahmed macht Frühstück und Abendessen, und ich kann sogar mal wieder meinen eigenen PC ins Internet einstöpseln. Es hat hier tagsüber bis zu 25 Grad, Sonnenschein und beste Luft. Sommer im Januar!

Gestern nutze ich den Rest des Tages für die Besichtigung des Arbeiterdorfes Deir el Medina, das nur fünf Gehminuten von hier entfernt ist, dann des Tals der Königinnengräber und schließlich, schon im späten Nachmittagslicht, des Ramesseums. Heute tauschte ich die relative Einsamkeit des gestrigen Tages gegen Touristenmassen ein: Deir el-Bahri (Totentempel der Hatschepsut) und das Tal der Könige, in dem sich die Füllung von hunderten von Touri-Bussen durch die Gräber schoben. Alleine war ich lediglich auf der Wanderung über den Berg zwischen Hatschepsut und dem Tal der Könige, auf der ich in der Mittagssonne doch ziemlich ins Schwitzen kam. Im Tal der Könige habe ich fast alle Gräber besichtigt, die offen waren, darunter diejenigen von Thutmosis III., Ramses I., Ramses III., Sethos II., Sethnacht, Ramses IX., etc. etc. Ausgelassen habe ich lediglich das Grab von Tutanchamun, das erstens überfüllt war und zweitens eine recht teure Extragebühr gekostet hätte, die mein "Tasrih" nicht abdeckt. Zurückgewandert bin ich durch das Dorf Gurna, jenes berühmte Dorf der ehemaligen Grabräuber, die heute alle Alabasterrepliken herstellen und sich als Wächter und Händler in Theben-West eine goldene Nase verdienen. Nette Leute, aber unheimlich nervig. Was in Ägypten sowieso auffällig ist, ist hier potenziert. Man kann keine zwei Minuten gehen, ohne irgendeine Figur, einen Papyrus oder Postkarten unter die Nase gehalten zu bekommen, natürlich "very cheap", ohne gefragt zu werden, wo man hin wolle und für was man Tickets habe, oder, besonders von Jugendlichen, einfach so ohne jegliche Leistung nach Bakschisch gefragt zu werden. Natürlich geht es den Leuten hier nicht so gut, und es ist ja eigentlich alles nicht schlimm, aber wenn das über Stunden ohne Pausen so geht und schon der nächste kommt, wenn man einen gerade abgewimmelt hat, ist es gegen später dann doch schwer, noch nett zu bleiben. Gleichzeitig sind es beeindruckende Menschen. Die Leute von Gurna waren es auch, die nach dem Massaker im Hatschepsut-Tempel, bei dem sechs Islamisten 1997 Touristen zusammengetrieben haben und dann wie Tiere abgeschlachtet haben, die Terroristen gestellt und umzingelt haben. Die Polizei war da schon längst geflüchtet...

Gestern nutze ich den Rest des Tages für die Besichtigung des Arbeiterdorfes Deir el Medina, das nur fünf Gehminuten von hier entfernt ist, dann des Tals der Königinnengräber und schließlich, schon im späten Nachmittagslicht, des Ramesseums. Heute tauschte ich die relative Einsamkeit des gestrigen Tages gegen Touristenmassen ein: Deir el-Bahri (Totentempel der Hatschepsut) und das Tal der Könige, in dem sich die Füllung von hunderten von Touri-Bussen durch die Gräber schoben. Alleine war ich lediglich auf der Wanderung über den Berg zwischen Hatschepsut und dem Tal der Könige, auf der ich in der Mittagssonne doch ziemlich ins Schwitzen kam. Im Tal der Könige habe ich fast alle Gräber besichtigt, die offen waren, darunter diejenigen von Thutmosis III., Ramses I., Ramses III., Sethos II., Sethnacht, Ramses IX., etc. etc. Ausgelassen habe ich lediglich das Grab von Tutanchamun, das erstens überfüllt war und zweitens eine recht teure Extragebühr gekostet hätte, die mein "Tasrih" nicht abdeckt. Zurückgewandert bin ich durch das Dorf Gurna, jenes berühmte Dorf der ehemaligen Grabräuber, die heute alle Alabasterrepliken herstellen und sich als Wächter und Händler in Theben-West eine goldene Nase verdienen. Nette Leute, aber unheimlich nervig. Was in Ägypten sowieso auffällig ist, ist hier potenziert. Man kann keine zwei Minuten gehen, ohne irgendeine Figur, einen Papyrus oder Postkarten unter die Nase gehalten zu bekommen, natürlich "very cheap", ohne gefragt zu werden, wo man hin wolle und für was man Tickets habe, oder, besonders von Jugendlichen, einfach so ohne jegliche Leistung nach Bakschisch gefragt zu werden. Natürlich geht es den Leuten hier nicht so gut, und es ist ja eigentlich alles nicht schlimm, aber wenn das über Stunden ohne Pausen so geht und schon der nächste kommt, wenn man einen gerade abgewimmelt hat, ist es gegen später dann doch schwer, noch nett zu bleiben. Gleichzeitig sind es beeindruckende Menschen. Die Leute von Gurna waren es auch, die nach dem Massaker im Hatschepsut-Tempel, bei dem sechs Islamisten 1997 Touristen zusammengetrieben haben und dann wie Tiere abgeschlachtet haben, die Terroristen gestellt und umzingelt haben. Die Polizei war da schon längst geflüchtet...
Da um fünf hier schon alles zu macht und dann alle Touristen die Gegend verlassen müssen, und das dorf Alt-Gurna, das hier direkt neben dem Deutschen Haus über den Gräbern liegt, Stück für Stück abgerissen wird, ist es hier abends sehr ruhig. Im Kühlschrank gibt es kühles Bier zum Selbstkostenpreis, mit dem man sich auf die Terrasse setzen kann und den Sonnenuntergang mit Blick auf das Niltal geniessen kann. Hier lässt es sich leben ;-)




1 Comments:
Da bin ich aber neidisch ... das triste Deutschland kann solche schöne Sachen nicht bieten. Hört sich ja echt klasse an!
Liebe Grüße
Leo
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