Mittwoch, Juli 11, 2007

Johanniterreise (X): Camardesium (Silifke)

Von Mersin kommend fuhren wir gestern durch die Mittagssonne des 42-Grad-Tages and der Küste entlang, als mich der imposante Blick auf die Johanniterfestung von Silifke wieder aus dem Hitzedelirium riss. Praechtig thront die Burg hoch über Silifke, dem antiken Seleucia ad Calycadnum, und dem Fluss Göksu (Calycadnum/ Saleph).

Die Johanniter kamen 1210 auf der Höhe ihrer Macht in den Besitz dieser Burg, die zuvor Byzantinern und armenischen Königen gehört hatten, und bauten die Anlage so gründlich um, dass sie noch heute einen deutlichen kreuzfahrerzeitlichen Stempel traegt. In ihrer Gesamtanlage erinnert die Burg an Margat und den Crac des Chevaliers, ist aber bescheidener und wesentlich schlechter erhalten. 23 Rundtürme und zwei Mauerringe, die mit ihren Buckelquadern, Schiesscharten, Spitzbögen etc. deutlich ins Heilige Land der Kreuzfahrerzeit weisen und sich doch sehr klar von den gleichzeitigen byzantinischen Burgend der Region unterscheiden.

Oben das stark an die nur wenige Jahre zuvor in Syrien errichtete Johanniterburg Margat (Quala'at Marqab) erinnerne Innere des staerksten Turmes an der flachsten Stelle des Berges, unten eine der Schiesscharten

Die Burg blieb jedoch nur kurz in den Haenden des Ordens. Im Jahr 1226 engagierten sich dıe Johanniter für die armenische (katholische) Prinzessin Zabel. Deren Mann, Philipp von Tripolis, war 1224 von rivalisierenden armenischen Kraeften ermordet worden war, um Zabel zur Hochzeit mit Hethum I., König von Klein-Armenien, zu zwingen. Zabel flüchtete in die Johanniterburg. Die Armenier begannen daraufhin, die Burg zu belagern und drohten mit Krieg. Dieses Eisen war den Johannitern offensichtlich zu heiss, worauf sie aus ihrer praechtigen neuen Burg abzogen.

1 Comments:

Blogger Julia Ess said...

Hast du in Silifke auch die (wie mir gesagt wurde... ) besten Künefe der Türkei probiert!?
Schöne Grüße aus Vorarlberg, Julia

1:00 PM  

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