Dienstag, September 11, 2007

Hermannstadt (Sibiu)


Evangelische Stadtkirche

Der Siebenbuergen-Hoehepunkt kam ganz am Schluss in Form der derzeitigen europaeischen Kulturhauptstadt Hermannstadt (Sibiu). Eine praechtige Stadt mit viel alter Bausubstanz und beeindruckenden altertuemlichen Charme, ganz anders als etwa das modern und grosstaedtisch wirkende Temeswar.

Piata Mare

In Hermannstadt mischt sich irgendwie ganz Suedosteuropa. Auf den Strassen hoert man Ruemaenisch, Ungarisch, und manchmal sogar noch Deutsch, dazu gibt es Kirchen aller moeglichen Konfessionen, ja sogar ein Kaiser der Roma soll hier residieren.

Im Gegensatz zu der bei Wikipedia nachzulesenden Argumentation ist Hermannstadt sogar heute noch neben Sibiu offizieller Stadtname, sichtbar etwa am Ortschild oder auf den Gullideckeln. Die Partei der Deutschen in Ruemaenien hat im Stadtrat sogar die Mehrheit der Sitze, obwohl sie eigentlich nue 2% der Bevoelkerung vertritt. Ihre Wahlwerbung mit stereotypen deutschen Tugenden wie Fleiss und Ehrlichkeit hat wohl bahnbrechend gewirkt. Der deutschstaemmige Buergermeister scheint fuer die Stadt jedenfalls einiges bewegt zu haben. Hermannstadt ist tatsaechlich ein kleines Schmuckkaestchen, auch wenn, oder gerade weil sich in den Hinterhoefen noch viel abroeckelnder Putz findet.


Leider war nach Targu Mures und Mediasch auch hier die archaeologische Abteilung des Museums geschlossen, der Hauptgrund des Kommens also nichtig geworden. Dafuer habe ich die Stadt laenger genossen, ausfuehrlich die grosse Kunstsammlung Samuel von Brukenthals besichtigt, den evangelischen Gottesdienst mit einer Predigt der Bischoefin von Hannover Margot Kaessmann besucht und laenger als Gedacht bei der Abschlussfeier des oekumenischen Treffens zugehoert. Hoffe sehr, diese schoene Stadt mal wieder besuchen zu koennen.