Johanniterreise (IX): Von Patras nach Athen


Trotz bemühter Suche bin ich den USA nicht fündig geworden. Diese Welt ist für die Johanniter einfach zu neu. Hier in Europa gibt es jedoch immer wieder Überraschungen...
Nachdem ich aus Boston nach Freiburg zurückgekehrt war, hatte ich genau einen Tag, das Auto zu packen und den Jetlag zu überwinden. Ersteres hat, abgesehen von kleineren Mißgeschicken – ich habe zum Beispiel eine Reisetasche vergessen, mit der ich mein Gepäck vom Auto zu den wechselnden Unterkünften transportieren könnte – geklappt. Das mit dem Jetlag eher weniger. Auf der Fähre namens „Olympia Palace“, die mich in weniger als 24 Stunden von Ancona nach Patras gebracht hat, habe ich eigentlich nur geschlafen.
Nachdem ich aus Boston nach Freiburg zurückgekehrt war, hatte ich genau einen Tag, das Auto zu packen und den Jetlag zu überwinden. Ersteres hat, abgesehen von kleineren Mißgeschicken – ich habe zum Beispiel eine Reisetasche vergessen, mit der ich mein Gepäck vom Auto zu den wechselnden Unterkünften transportieren könnte – geklappt. Das mit dem Jetlag eher weniger. Auf der Fähre namens „Olympia Palace“, die mich in weniger als 24 Stunden von Ancona nach Patras gebracht hat, habe ich eigentlich nur geschlafen.

Unterbrochen wurde der Schlaf nur durch das Abendessen und einen wehmütigen Blick auf Corfu am nächsten morgen. So kam ich dann gut ausgeruht in Patras an und machte mich sogleich auf die Fahrt Richtung Westen. Dabei durfte ich lernen, daß aggressives Autofahren zumindest im südlichen Griechenland in meisterlicher Ausführung praktiziert wird. Kairo, Amman, Tunis und Damaskus zusammen sind dagegen ein Kindergarten. Aber trotzdem war es von der ersten Minute an schön, wieder in Griechenland zu sein! Der Geruch von Pinien, das Meer, Ginster und Oleander an der Straße und nicht zuletzt Frappé und ein Tyropita-Snack – einfach unschlagbar!
Manch’ einer mag sich jetzt schon fragen, warum ich das ganze mit „Johanniterreise“ überschrieben habe. Daher jetzt ein kleines Rätsel. Wer die Lösung kennt, darf sie im Kommentarmodus verraten. Der oder die Erste mit der richtigen Lösung bekommt eine Belohnung ;-)
Manch’ einer mag sich jetzt schon fragen, warum ich das ganze mit „Johanniterreise“ überschrieben habe. Daher jetzt ein kleines Rätsel. Wer die Lösung kennt, darf sie im Kommentarmodus verraten. Der oder die Erste mit der richtigen Lösung bekommt eine Belohnung ;-)

In einem Museum auf dem Weg zwischen Patras und Athen, das glücklicherweise bis 19:30 aufhat und mir so den Zugang ermöglichte, fand ich dieses besondere Stück: ein Siegel, das aus der Zeit um 1250 stammt und einen kniehenden, betenden Ritter vor einem Kreuz mit zwei Querbalken zeigt und sowohl durch das Kreuz auf dem Mantel als auch in der Umschrift bekundet, daß es sich um einen Johanniter mit dem Namen Wilhelm handelt. Ein solches Siegel als archäologischer Fund ist eine bedeutende Entdeckung, läßt sich so die Geschichte der Johanniter nicht nur durch Bauten und Schriften, sondern hier auch mal ganz konkret durch einen Bodenfund fassen. Wie heißt diese Burg auf einem hohen Felsen, dessen Bedeutung in der Antike auch von großen deutschen Dichtern der Neuzeit besungen wurde, dessen Johannitergeschichte aber weniger bekannt ist? Wer noch das passende Gedicht kennt, bekommt einen Extrapreis. Viel Glück! Ein kleiner Tipp noch: Das Museum und die zugehörige Ruinenstädte habe ich nicht besucht, um Johannitergeschichte zu studieren; das war mal wieder reiner Zufall. Die Freude über diesen Fund war daher um so größer.
Jetzt bin ich für zwei Tage in Athen. Bericht folgt.
Jetzt bin ich für zwei Tage in Athen. Bericht folgt.

7 Comments:
Mensch, du stellst aber schwere Rätsel, ich muss da passen!
Liebe Grüße aus New Jersey!
O, Du fern der Heimat Reisender,
im Gefilde Korinths Du nun weilest
und erblicktest die mächt´ge Burg Akrokorinthos auf ihrem Felse.
So wie einstmals schon der Dichter Schiller es beschrieb, mögen die Kraniche des Ibykus von nun an Dich in Schwärmen geleiten.
Liebe Grüße aus Freiburg und vielen Dank für die kleine Ablenkung...
Matthias
Ui, wie aufregend, ein Literaturrätsel!!!!!!!!!! Ich kenne mich ja nun nicht so gut aus in Griechenland, aber ich nehme mal an, Du sprichst von Korinth. Und wer hat das besungen? Na wer wohl, im Zweifelsfall ja immer Goethe. Von ihm stammt ein Gedicht mit dem Namen "Die Braut von Corinth", aber hier ist durch den Titel nur der Schauplatz angegeben. Ich schätze mal, daß Du gern "Die Kraniche des Ibycus" hören möchtest, von dem ja nun nicht weniger klassischen Schiller. Hier heißt es unter anderem: "Zum Kampf der Wagen und Gesänge, Der auf Corinthus Landesenge.." und "Schon winkt auf hohem Bergesrücken Acrocorinth des Wandrers Blicken". Weißt Du eigentlich, daß Schiller auch ein Gedicht names "Die Johanniter" verfaßt hat? Darin kommen Akkon und Rhodos vor... Jedenfalls bin ich schon ganz gespannt, wie die richtige Lösung lautet und was es für Preise gibt..;-)
Eventuell doppelt: Ich denke dank Wikipedia an Wilhelm II von Villehardouin, Akrokorinth und die Ibiche des Kranikus:
Schon winkt auf hohem Bergesrücken
Akrokorinth des Wandrers Blicken,
Und in Poseidons Fichtenhain
Tritt er mit frommem Schauder ein.
EVR
Herzlichen Glückwunsch! Matthias, Du bekommst als Preis einen griechischen Trunk ;-) Musst allerdings noch bis Oktober warten! Du hast Dich als wahrer Burgenkundler erwiesen!
Papa, Du bekommst den Trostpreis für Wilhelm von Villehardouin. Das können wir dann ja schon Izmir machen.
Leo, warst Du nicht mal da oben? Du musst zur Strafe die Kraniche auswendig lernen ;-)
Liebe Steph, leider nur Platz 2, aber du bekommst den Trostpreis für die anregendste Antwort ;-) Entweder auch einen Griechen-Trunk, oder Biertrinken in Zamalek. Kannste Dir aussuchen ;-)
Auf die Johanniter von Schiller bin ich mal gestossen, hatte sie aber zu meiner Schande nicht präsent.
Hier zumindest mal der Anfang:
DIE JOHANNITER
Die Ritter des Spitals zu Jerusalem
Herrlich kleidet sie euch, des Kreuzes furchtbare Rüstung, Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Akkon und Rhodus beschützt, Durch die syrische Wüste den bangen Pilgrim geleitet, Und mit der Cherubim Schwert steht vor dem Heiligen Grab. Aber ein schönerer Schmuck umgibt euch die Schürze des Wärters, Wenn ihr, Löwen der Schlacht, Söhne des edelsten Stamms, Dient an des Kranken Bett, dem Lechzenden Labung bereitet, Und die niedrige Pflicht christlicher Milde vollbringt. Religion des Kreuzes, nur du verknüpftest, in einem Kranze, der Demut und Kraft doppelte Palme zugleich!
Ach Philipp, auch Platz 2 ist doch etwas Wunderschoenes, und Silber war mir schon immer lieber als Gold ;-) Bevor ich mir meinen Trostpreis aussuche, musst Du mir aber noch verraten, an wen Du noch gedacht hast, denn Du hast von "deutschen Dichtern" der Neuzeit gesprochen, oder wolltest Du mit dem Plural nur verwirren? Das Schillersche Johannitergedicht hat meines Wissens nur diese beiden Strophen, und dass Du sie sogleich kennst, zeigt ja deutlich, dass Du ein wahrer Herzblutjohanniter bist. Ansonsten freue ich mich natuerlich sehr, dass die Jugend ihre Klassiker kennt und ehrt ;-)))))
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