Sonntag, März 11, 2007

Das Heilige Land (jordanischer Teil)

Dass mich mein Reiseplan in der voroesterlichen Zeit in die oestlichen Gefilde des Heiligen Landes gefuehrt hat, war zwar nicht von Anfang an geplant, stellt sich jetzt aber als um so schoener heraus. Jordanien, das Land der Ammoniter, Moabiter und Edomiter ist voll von biblischen Staetten, des alten, aber durchaus auch des neuen Testamtens. In unserer ueberaus freundlichen Herberge, der Abteilung Amman des Deutschen Evangelischen Instituts fuer Altertumskunde des Heiligen Landes, gibt es auch die entsprechende Bibliothek, das Erlebte nachzuarbeiten, und das wichtigste Buch haben wir jetzt ohnehin meist dabei.

So bot sich uns gestern von der antiken Stadt Gadara aus ein Blick auf einen der wichtigsten Orte des neuen Testamtes, den See Genezareth. Ganz nah zwar, aber, da in Israel gelegen, auch ziemlich weit weg. Sehr gut sah man Tiberias, sogar (alle Johanniter aufgehorcht) die Hoerner von Hattin, aber die Kirche der Seligpreisungen lag leider hinter einem Bergruecken. Hier ein Bild des Sees von Gadara aus, wie er sich gestern gegen Ende unserer Besichtigungstour durch die wunderbare antike Stadt gezeigt hat.


Aber damit nicht genug der heiligen Staetten. Nach einem Bad im Toten Meer...



... und der Fahrt an seiner Kueste entlang...


... kamen wir auf den Berg Nebo, wo Moses der Ueberlieferung nach zum ersten Mal des gelobte Land sah und kurz darauf starb. Und in der Tat ist die Sicht von diesem Berg aus grandios: Man ueberblickt das ganze Jordantal, sieht weit nach Judaea hinein und kann auf dem Bergruecken auf der anderen Talseite deutlich die Tuerme Jerusalems erkennen. Ein bewegender Ausblick! Heute liegt auf dem Berg Nebo ein Franziskanerkloster, die sehr behutsam ueber die fruehchristlichen Kirche (in der Mosaik zu sehen ist, dass ich auch in der Diss behandelt habe) ein Gebaeude, halb Kirche, halb Schutzbau gesetzt haben.

Mount Nebo

Kurz bevor der Jordan, der ein ueberraschend kleines Fluesschen ist...

Der Jordan

... in das Tote Meer fliesst, passiert er eine Stelle, an der 1996 ein fruechristlicher Kirchenbau entdeckt wurde, der mit der Taufstelle Jesu in Verbindung gebracht wird. Im Jahr 2000 besuchte Papst Johannes Paul II. diese Stelle und gab ihr so den Rang eines offiziellen Pilgerzieles. Auch die Griechisch-Orthodoxen haben sich dem Platz angenommen und eine neue, dafuer erstaunlich huebsche Kirche erbaut.

Kirche am Baptism Site

Spannend ist der Platz auch deswegen, weil auf der anderen Seite des 5 m breiten Jordans Touristen aus Israel kommen, um einen Blick auf die Stelle zu werfen. So ergiebt sich ein Gefuehl wie frueher an der deutsch-deutschen Grenze. Die Leute sind ganz nah, aber doch Welten entfernt. Die Grenze strahlt trotz allem eine gewisse Routine aus, was bei all den anderen problematischen Grenzen in dieser Region ganz beruhigend ist.

Israel: nur 5 m entfernt

Ein letzter biblischer Hoehepunkt der vergangenen Tage war die Festung Machaerus, die Herodes auf einem unzugaenglichen Bergkegel weit oberhalb des Toten Meeres erbauen liess.


Hier liess Herodes auf Wunsch von Salome Johannes den Taeufer enthaupten und seinen Kopf auf einem Tablett herbeitragen. Eine grausige Vorstellung! Herodes ist, nachdem ich nach Massada und dem Herodeion nun den dritten Palast von ihm gesehen habe, aber ein aussergewoehnliches Gespuer fuer eindrucksvolle Orte und Bauten zu bescheinigen. Dies zeigen ja nicht zuletzt auch die Reste des Tempels in Jerusalem. Das ist von hier aus nur ein Katzensprung, der einem aber durch bis zu 7-stuendige Wartezeiten am israelischen Checkpoint etwas vergrault wird. Ich hoffe, es dennoch noch in den naechsten Tagen zu schaffen. Geht ja schliesslich nicht, so nah an Jerusalem zu sein und einfach dran vorbei zu fahren.

4 Comments:

Anonymous Anonym said...

Die Bilder sind wirklich beeindruckend. Das Land sieht einfach fantastisch aus, ich hoffe du genießt das alles ausgiebig.

Hier in Tübingen scheint es langsam Frühling zu werden, gestern war wunderbarer Sonnenschein und bestimmt 20 Grad - einfach herrlich.

Ich habe meine erste Hausarbeit fertig geschrieben und versuche mich jetzt noch an der zweiten, die eigentlich nicht vorgesehen war, aber es wäre schon praktisch, wenn ich die vorziehen könnte. Wir werden sehen!

Liebe Grüße, schade, dass du Ostern nicht da sein kannst!

Leo

9:35 AM  
Anonymous Anonym said...

http://news.kathimerini.gr/4dcgi/_w_articles_world_100050_14/03/2007_219350


:-)

10:15 AM  
Blogger Philipp said...

Lieber Leo, in Tuebingen ist es waermer als heute in Amman. Hier hat es heute sintflutartig geregnet und es ist irre kalt. Hoffe, dass das a Freitag in Jerusalem besser wird.

Viel Glueck mit den Hausarbeiten!!!

9:10 PM  
Blogger Philipp said...

Der Link zu Kathimerini funktioniert nicht... Bitte nochmal!

9:11 PM  

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