Dienstag, Februar 19, 2008

Fein tranchiert...

Lokale gibt es schon kuriose in dieser Stadt. Zum Beispiel das, wie schon an der Fensteraufschrift zu sehende, nicht unpolitische "Siebenstern". Drinnen ganz harmlos, kein Arbeiterschweiss, sondern ganz normale Studenten in gestreiften Hemden. Ansonsten die Preise etwas fairer als sonst in der Innenstadt und die Kellnerin etwas unpersönlicher, und eine sehr anregende Unterhaltung mit Roland. Heute abend gibt es eine Überraschungsparty des Instituts für eine amerikanische Austauschstudentin mit den restlichen Weinvorräten des letzten Kongresses.  Nette Idee, auch wenn die Geehrte dem Typus recht nahe kommt, den Bassi aus Accra schildert. Ansonsten arbeite ich an zwei Artikeln gleichzeitig und habe mich in einer Buchhandlung mal am Regal für österreichische Literatur umgesehen. Aus Anlass der wieder so aktuellen Probleme auf dem Balkan hab' ich mir mal den so schwer polarisierenden Handke vorgenommen und als Lesefrucht des Tages dieses zum "feinen tranchieren" der Informationsfülle aufrufende Zitat geerntet: "...denn was weiß man, wo eine Beteiligung beinah immer nur eine (Fern-) Sehbeteiligung ist? Was weiß man, wo man vor lauter Vernetzung und Online nur Wissensbesitz hat, ohne jenes tatsächliche Wissen, welches alleine durch Lernen, Schauen und Lernen entstehen kann? Was weiß der, der statt der Sache einzig deren Bild zu Gesicht bekommt, oder, wie in den Fernsehnachrichten, ein Kürzel von einem Bild, oder, wie in der Netzwelt, ein Kürzel von einem Kürzel?"

2 Comments:

Anonymous Anonym said...

μακαριοι οι πτωχοι τω πνευματι!

9:17 PM  
Anonymous Anonym said...

Die Vorteile der leicht anachronistischen Wiener Kaffehaus- und Gastronomiekultur scheinen Philipp immer weiter in ihren, ja sehr verständlichen, Bann zu ziehen. Wir werden uns mal um eine schöne Gründerzeitwohnung und einen Umzug bemühen....

7:56 PM  

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